Diabetes mellitus Typ 2

Die Anzahl der Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 steigt seit vielen Jahren. In Deutschland leiden schätzungsweise rund acht Millionen Menschen an Diabetes. Neben erblichen Faktoren spielt bei der Entstehung des Diabetes mellitus Typ 2 vor allem unser heutiger Lebensstil eine große Rolle. So bewegen wir uns heute viel weniger und essen mehr und ungesünder als noch vor wenigen Jahrzehnten.

Erhöhte Blutzuckerwerte tun nicht weh, deshalb werden sie häufig erst spät entdeckt. Sind die Blutzuckerwerte über längere Zeit stark erhöht, tritt vermehrt Durst und Harndrang auf. Außerdem berichten Betroffene von Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Sehstörungen. Auch Entzündungen im Blasen- und Genitalbereich sowie Juckreiz treten in diesen Fällen häufiger auf. Manche Betroffene berichten aber auch über eine gedrückte bis depressive Stimmung, andere über vermehrte innere Unruhe und erhöhte Erregbarkeit. Auch diese seelischen Veränderungen gehen also häufig mit der Diabeteserkrankung einher.

Werden die Blutzuckerwerte nicht richtig eingestellt, kann es langfristig zu Schäden an anderen Organen kommen. Hier sind in erster Linie die Blutgefäße (diabetische Angiopathie) und Nerven zu nennen (diabetische Neuropathie). Diabetiker, deren Nervenbahnen geschädigt sind, haben deshalb oft ein gestörtes Schmerzempfinden. Zum Beispiel können Sie Verletzungen der Haut nicht mehr richtig wahrnehmen. Auch Taubheit und Kribbeln (Sensibilitätsstörungen) an Händen und Füßen können Folge der geschädigten Nervenstrukturen sein. Die Durchblutungsstörungen betreffen insbesondere den Herzmuskel, das Gehirn, die Netzhaut des Auges (diabetische Retinopathie) oder die Nieren (diabetische Nephropathie) sowie die Beine, insbesondere die Füße (diabetisches Fußsyndrom). Auslöser für die Entstehung des diabetischen Fußsyndroms ist oft eine zunächst kleine Verletzung des Fußes. Infolge des bei Diabetikern geschwächten Immunsystems können sich diese kleine Wunden schneller infizieren und zu großflächigen Geschwüren ausbreiten.

Wie wird Diabetes mellitus Typ 2 diagnostiziert?

Zumeist werden erhöhte Blutzucker-Werte durch den Hausarzt bei Routinekontrolluntersuchungen festgestellt. Eine andere Möglichkeit ist die Bestimmung des Langzeit- Blutzuckerwerts (HBA1c). Da im Rahmen der Diabeteserkrankung die geannten Folgeerkrankungen auftreten können, wird bei der Diagnostik auf diese Organsysteme ein besonderes Augenmerk gelegt. Dies erfolgt in erster Linie im Rahmen einer körperlichen-klinischen Untersuchung, zum Teil aber auch durch apparative Diagnostik.
Wie wird der Diabetes mellitus Typ 2 behandelt?
Bei Diabetes mellitus Typ 2 ist die Optimierung der Ernährung (etwa in Form der Mediterranen Kost) und Steigerung der Bewegung das wichtigste Therapeutikum, mit dem die Betroffenen selbst aktiv zur Verbesserung Ihrer Erkrankung beitragen können. Dies gilt auch dann, wenn eine medikamentöse Therapie erforderlich ist.
Das weitere Ziel der Diabetestherapie ist eine möglichst gute Blutzuckereinstellung, um das Risiko für langfristige Diabetes-Folgen an Augen, Nieren, Herz, Nerven und Blutgefäßen zu reduzieren. Hierfür stehen neben der Insulintherapie bewährte Arzneimittel (orale Antidiabetika) zur Verfügung, zu denen in den letzten Jahren eine ganze Reihe von neuen Medikamenten hinzugekommen ist. Damit kann entsprechend den individuellen Bedürfnissen und Patientenwünschen behandelt werden.
Neben der Blutzuckereinstellung legen wir mit unserem integrativen Therapieansatz besonderen Wert darauf, auch die bei Typ 2 Diabetes häufig anzutreffenden seelischen Beschwerden (wie etwa depressive Stimmung, innere Unruhe) in die Therapie mit einzubeziehen. Bei Bedarf arbeiten wir eng mit der Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin unserer Klinik zusammen. Damit können Betroffene mit Akzeptanzproblemen und psychischen Begleiterkrankungen interprofessionell und fachkompetent unterstützt werden.
Darüber hinaus möchte die Anthroposophische Medizin die Selbstwirksamkeit stärken, also die Patienten zu befähigen, selbst aktiv zur Verbesserung und Handhabbarkeit der Erkrankung beizutragen. Wir möchten Betroffene darin unterstützen, ihren Lebensalltag mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichender Bewegung zu gestalten und Perspektiven für ein Leben mit dem Diabetes zu entwickeln.